Kein Container Terminal im europäischen Schutzgebiet ‚Natura 2000‘ auf Wollin!

Foto/dpa: Containerschiff der Megaklasse (400 m, ca. 20.000 TEU )

EU Petition (1018/2020) eingereicht

Aktuell wird von der Hafenverwaltung Stettin und Swinemünde der Bau eines Tiefwasser-Container-Terminals innerhalb des Natura-2000-Gebiets geplant, der irreversible Folgen für Umwelt und Tourismus entlang der gesamten Pommerschen Bucht haben wird.

Eine europäische Petition (2018) gegen das Projekt seitens der BI ‚Rechtes Ufer‘ in Swinemünde hat bisher keine Früchte getragen.

Eine weitere Petition von deutscher Seite ist gerade von der Bürgeriniative ‚Lebensraum Vorpommern‘ bei der EU eingereicht worden, um auf die geplanten Verletzungen von europäischen Umweltstandards auf Wollin aufmerksam zu machen.

Wir fordern alle Usedomer auf, unsere polnischen Mitstreiter des Swinemünder Stadtteils Warszow in ihrem Widerstand gegen den Bau eines Container-Terminals im Bereich des europäischen ‚Natura 2000‘-Schutzgebietzes zu unterstützen.

Mit einer Unterschriftenaktion wollen wir bei der Regierung MV erreichen, dass sie sich dieses Problems annimmt. Eine weitere Petition an die Bundeskanzlerin und den Europaminister wird in den nächsten Tagen über Campact eingereicht.

Foto Container Terminal: Hafenverwaltung Port Szczecin und Świnoujście S.A.

Das vom geplanten Projekt abgedeckte Gebiet (ca. 600 ha) auf Wollin umfasst seeseitig und landseitig Natura-2000-Schutzgenbiete. Das betroffene Gebiet besteht aus einem zwei Kilometer langen Strand, Fischlaichgebiete, Dünen, Wald, Flora und Fauna, die ein heute intaktes Ökosystem bilden, welches unter die EU-Natura-2000-Habitat-Richtlinie und Vogelschutz-Richtlinie fällt.

Es bestehen massive Bedenken hinsichtlich der Durchführung einer angemessenen UVP durch die zuständigen polnischen Behörden, da die polnische Regierung ein Sondergesetz erlassen hat , dass Investitionen in externe Ostseehäfen – auch auf Kosten einer sorgfältigen UVP – erleichtern und beschleunigen soll, indem Bescheide innerhalb von nur drei Wochen erfolgen sollen.

Der Containerhafen wird überdies eine deutliche Steigerung des LKW-Verkehr mit allen seinen bekannten negativen Umweltbelastungen nach sich ziehen. Durch den Neubau des Swinetunnels könnte ein Teil des Schwerverkehrs sich auch auf die deutsche Seite verlagern.

Die Belastung der Pommerschen Bucht zusätzlich durch Containerschiffe der Mega-Klasse ist als gravierend anzusehen. Diese Schiffe fahren mit Schweröl und belasten die Umgebung neben Kohlendioxyd vor allem mit Stick- und Schwefeloxyden, Feinstaub und Russ.

Die Bevölkerung vor Ort und in den benachbarten deutschen touristischen Seebädern ist darüber hinaus aufgrund einer Konzentration potenziell gefährlicher Anlagen in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnorte um ihre Sicherheit besorgt. Die Bewohner der Insel Usedom und Wollin haben Sorge, dass der Bau des Container-Terminals, in dem alle Arten von Waren, einschließlich brennbarer und explosiver Materialien, umgeladen werden sollen, ein höheres Risiko und eine höhere Gefahr für ihr Leben und ihre Gesundheit mit sich bringen wird.

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